Portugal

Portugal

Weinbau im Wandel

Bericht von Christoph Schäpper

Mit Schmerz die Seele heilen
«Das Singen eines Fado ist wie eine Reinigung der Seele» sagt Mariza, eine bekannte Fado-Sängerin und steht am Ende mit einem befreiten Lächeln auf der Bühne. Fado, der portugiesische Blues hat seinen Ursprung in den Armenvierteln von Lissabon und wurde im 19. Jahrhundert auch in bürgerlichen Salons hoffähig. Im Fado werden zumeist eine unglückliche Liebe, soziale Missstände, vergangene Zeiten oder die Sehnsucht nach besseren Zeiten besungen. Die Lieder drücken ein Gefühlsleben aus, das die Portugiesen miteinander verbinden soll. Wahrscheinlich ist diese Musik durch die Vermischung der Lieder von portugiesischen Seefahrern und Rhythmen afrikanischer Sklaven entstanden.

Wechselvolle Geschichte
Der Fado zeugt von einer aufregenden und mit vielen Wechseln versehenen Geschichte. Nach den Römern und einigen Völkerwanderungen besetzten die Mauren im 8. Jahrhundert das Land. Im 14. Jahrhundert stieg Portugal zur führenden Handels- und Seemacht auf und war eine der reichsten Nationen Europas. Auch kulturell kam es zu einer Blütezeit. Aus dynastischen Gründen fiel Portugal 1580 an Spanien, sank zur spanischen Provinz herab und verlor Teile seines Kolonialreiches. Es folgte eine instabile Zeit mit vielen Machtwechseln, die bis in die jüngere Zeit anhielt. 1976 wurden die Weichen für eine parlamentarische Demokratie westeuropäischen Zuschnitts gestellt. Seit 1986 gehört Portugal in die Europäische Gemeinschaft.

Renaissance der Weinkultur
Die Geschichte Portugals hat einen grossen Einfluss auf die Weinproduktion. Griechen und Römer brachten die Reben und den Weinbau nach Portugal. Die Nähe zu England machten den Portwein im 17. Jahrhundert zum Exportschlager. 1756 wurde für das Portwein-Gebiet am Douro weltweit das erste Gesetz zur Begrenzung eines Anbaugebietes erlassen. Von der Zerstörung der Anbaugebiete durch Mehltau und die Reblaus hat sich der Weinbau lange nicht erholt. Erst die Öffnung gegenüber der Europäischen Gemeinschaft hat zu einer Renaissance der portugiesischen Weinkultur geführt.

Flächenmässig ist Portugal mit über 300'000 Hektar das viertgrösste Weinbauland der Welt. Etwas 15% der werktätigen Bevölkerung lebt vom Weinbau. Am bekanntesten ist das Portwein-Anbaugebiet östlich von Porto am Douro-Fluss. Heute werden dort auch klassische Rotweine angebaut, die etwas tanninärmer und säurebetonter als aus anderen Regionen sind. Bekannt ist auch der Vinho Verde aus dem kühlen, regenreichen Norden Portugals. Es sind hauptsächlich frische, schnell zu konsumierende Weissweine.

Furiose Rotweine aus Alentejo
Das heisse Klima im südlich gelegenen Alentejo begünstigt die Herstellung von modernen Spitzenweinen. Die Qualität der Rotweine ist imposant. Im Zuge der Globalisierung werden natürlich auch in Portugal immer uniformere Weine hergestellt. Dank eigenen Rebsorten und Anbaumethoden findet man aber auch moderne und eigenständige Weine, die in den letzten Jahren immer mehr Beachtung fanden.

Bioweine der Spitzenklasse von Dos Lagos

Dos Lagos ist einer der profiliertesten Vertreter einer neuen Weingeneration. Das Weingut setzt dank günstigem Klima, schiefergeprägtem Terroir und einer klaren Qualitäts-Philosophie Massstäbe. Anstelle von Massenproduktion stehen Ertragsbeschränkung, biologischer Anbau und eine sanfte Kellerarbeit im Zentrum. Das Resultat sind Weine, die sich deutlich vom Durchschnitt abheben und eine grosse Persönlichkeit zeigen. Die Weine sind trotz ihrer kräftigen Art elegant und vielschichtig, Mineralität und Frucht verbinden sich, der Holzausbau ist dezent und die Weine haben ein gutes Lagerungspotenzial.

Gourmet zur Riserva von Dos Lagos: «Man sollte die Riserva dekantieren, bevor man sie in aller Ruhe über die Zunge rinnen lässt, während die rauchweiche Stimme von Etta James den Raum ausfüllt, ja dann entfalten sich jene köstlichen Aromen von Vanille, Nelken, einem Hauch Zedernholz und Zimt. Eine totale Harmonie. Und da man allein immer in schlechter Gesellschaft ist, sollte man Freunde einladen und diese mit dem vollmundigen, samtigen Syrah verhätscheln.» Und zum Aragonez: «Der lagerfähige Wein ist stets der richtige Tropfen für ein Tête-à-tête. Er überzeugt durch sein Bouquet aus reifen schwarzen Johannis- und Brombeeren, Zartbitterschokolade und schmeichelt im Gaumen mit Crème de Cassis, sonnengereiften Paprika und wonnig-weichen Taninen.»
Dem ist nicht viel anzufügen, ausser vielleicht noch dies: Alle drei Dos-Lagos-Weine von amiata haben am internationalen Weinwettbewerb Mundus Vini die Goldmedaille erhalten.

Diese Weine erhalten Sie bei amiata:
> Bioweine von Dos Lagos

Weinberge von Dos Lagos
Eine Schafherde in den Reben von Dos Lagos
Der Oenologe Antonio Saramago